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Was geschah in der Region südwestliches Ostfriesland (Overledingerland), in Papenburg und dem nördlichem Emsland vor 2.000 oder 1.000 Jahren? Wie dachten die Menschen? Wie erklärten sie die Welt und ihr Zusammenleben? Wo genau liegen die Wurzeln unserer Kultur? Was ist unser kulturelles Erbe, was unsere kulturelle Identität? Wie verbinden sich die Ereignisse in unserer Region mit denen des Werdegangs Europas? Wie fügt sich Kleinräumiges in den großen Entwicklungsgang des großen Raumes?

Die Forschungsgruppe Archäologie und Naturwissenschaften (FG-ARCHNAT) kombiniert verschiedene Naturwissenschaften (Geologie, Bodenkunde, Vegetationskunde, Biologie, Ökologie, Vermessungskunde, EDV u.a.) mit Sprachforschung und Archäologie. Sie erreicht damit ein differenzierteres Bild des Werdegangs unserer Region als dies durch eine Disziplin allein möglich wäre. Damit betreibt die Forschungsgruppe keine konventionelle Archäologie.

Daten zum zeitlichen Werdegang der Region stammen aus der archäologischen und der historischen Forschung. Beide Datengruppen beschreiben die Entwicklung in unterschiedlichen Zeitphasen, sie stellen ein zeitliches Kontinuum dar.

Berichtet kaum eine Stimme der Überlieferung von den älteren Siedlungszügen unserer Vorfahren, so blieben Sagen, mündlich weiter gegeben über Jahrhunderte. Sie zu würdigen, sorgsam aufzunehmen, zu prüfen, zu deuten und mit modernen Forschungsmethoden aus Naturwissenschaften, Sprache, Geschichte und Archäologie zu verbinden, war unser Ziel.

Trotz wissenschaftlichem Anspruch bleibt der Text der Veröffentlichungen so leicht verständlich, dass sich jeder auch sprachlich darin wiederfindet.

Nur durch stärker in Einzelheiten gehende und deutlich kleinräumigere, vor allem flächendeckende Forschungen, sind auf Dauer Fortschritte in der Erkenntnis der Entwicklung unserer Region zu erwarten. Solche Ergebnisse, kleinregional erarbeitet, spüren in ihrer Gesamtsicht den Gesetzmäßigkeiten des geschichtlichen Werdegangs in der fortlaufenden Auseinandersetzung von Mensch und Natur, von Mensch und Landschaft und Meer nach. Sie lassen den Roten Faden erkennen, der auch größerregional die Entwicklung bestimmte: Vieles im Werdegang Nordeuropas wird durch die Darstellung unserer Region wie beispielhaft verständlich. Auf solche kleinräumig ungemein detaillierte Darstellungen zielt die Arbeit der Forschungsgruppe seit nunmehr fast 20 Jahren.

Fast alle in dieser Region genannten Ortschaften wurden bislang weder naturwissenschaftlich noch archäologisch untersucht. Für sie fehlt gleichsam jegliche wissenschaftliche Infrastruktur des Wissens. Auch damit betreten wir hier Neuland.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern genauso von dem, was ihn innerlich stark macht, von seiner kulturellen Identität, die ihn mit dem Boden seines Lebensraums verbindet, die ihn erst zum Menschen macht, die ihn in seinem Selbstbewusstsein und inneren Stolz ungemein stärkt, festigt, und ihn befähigt, sich für das Gemeinwesen, für die Demokratie einzusetzen und der damit an die demokratieähnliche Selbstverwaltung der Friesischen Freiheit, an unser bedeutsames kulturelles Erbe anknüpft: Die jahrelangen Untersuchungen, erlauben uns Einblicke und Ergebnisse, die sich i. w. auch auf benachbarte Regionen übertragen lassen.

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